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CO₂‑Fußabdruck faktenbasiert ermitteln 

Digitale Lösung für transparente Emissionsdaten

Mit einer digitalen Lösung zur Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) ihres Verkaufsportfolios hat BASF Coatings eine bisher intern entwickelte Anwendung abgelöst. Ziel ist es, Kunden weltweit weiterhin verlässliche CO₂-Daten bereitzustellen.

BASF Coatings GmbH

Das digitale System zur Berechnung produktbezogener Treibhausgasemissionen schafft eine zentrale Datenbasis für rund 120000 Verkaufsprodukte im Bereich der Oberflächenbeschichtung. Alle relevanten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, von der Rohstoffbeschaffung über den Transport bis zum Energieeinsatz in der Produktion, werden einheitlich und systemgestützt erfasst. Dies ermöglicht eine nachvollziehbare Bilanzierung der Kohlendioxid-Emissionen, insbesondere bei komplex zusammengesetzten Beschichtungssystemen wie Lacken mit vielen Farbtönen. Die bereitgestellten Daten sollen Anwendern helfen, Entscheidungen auf Grundlage belastbarer Informationen zu treffen und ihre Nachhaltigkeitsziele gezielt zu verfolgen.

Kern des Product-Carbon-Footprint-Tools ist die Anbindung von Emissionsdaten zu mehr als 25000 weltweit bezogenen Rohstoffen. Zusätzlich fließen die individuellen Energieverbräuche von über 30 Produktionsstandorten in die Berechnungen ein, sodass sich auch Varianten eines Produkts präzise abbilden lassen. Neben Kohlendioxid werden nun weitere Wirkungskategorien berücksichtigt, was zusätzliche Erkenntnisse für die Bewertung der Umweltauswirkungen liefert. Das System basiert auf der Software SAP Sustainability Footprint Management und wurde schrittweise an allen Standorten eingeführt. Die Einführung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Systemanbieter und verbindet Nachhaltigkeitsberichterstattung mit digitaler Datenerfassung.

Für Anwender ergeben sich daraus verschiedene Ansatzpunkte zur Optimierung von Produkten und Prozessen. Laut dem verantwortlichen Leiter Global Sustainability ermöglichen die vorliegenden Daten, auf Basis alternativer Rohstoffe und erneuerbarer Energien den Kohlendioxid-Fußabdruck ausgewählter Produkte zu senken. Ein fachlicher Projektleiter betont, dass die Kombination aus Digitalisierung und Nachhaltigkeitsmanagement eine belastbare Transparenz schafft. So können Unternehmen entlang der Lieferkette besser nachvollziehen, welche Prozesse und Materialien in welcher Höhe zu den Emissionen beitragen und wo sich Ansatzpunkte für Verbesserungen ergeben.

Ergänzend zur Produktbilanzierung kommen weitere digitale Werkzeuge zum Einsatz, etwa das GLASS Tool (Global Life Cycle Assessment of Automotive Surface Solutions) für Hersteller von Originalteilen und das EcoImpact Assessment Tool für Reparaturwerkstätten. Diese Werkzeuge erlauben eine modulare und ganzheitliche Analyse des gesamten Lackierprozesses und unterstützen datenbasierte Optimierungen hinsichtlich Effizienz, Qualität und Umweltauswirkungen, einschließlich Emissionen über das eigentliche Produkt hinaus. Das GLASS Tool kombiniert Lebenszyklusanalyse, branchenspezifisches Know-how, hohe Detailtiefe und digitale Anwendbarkeit. Die Nutzung dieser Lösungen ist Teil einer umfassenden Klimastrategie mit dem Ziel, den eigenen Kohlendioxid-Fußabdruck bis 2030 um vierzig Prozent gegenüber 2018 zu reduzieren, unter anderem durch nachhaltige Rohstoffbeschaffung, alternative Transportlösungen, erneuerbare Energien sowie den Einsatz nachwachsender Rohstoffe im zertifizierten Massenbilanzansatz und recycelter Rohstoffe aus chemischem Recycling.