ENERGIEEFFIZIENZ & NACHHALTIGKEIT



 Prozesskosten und Materialeinsatz reduziert 

Nachhaltiger Kombi-Pack für 
Pharma-Faltschachteln

August Faller GmbH & Co. KG

Im Rahmen der Pharmapack 2026 in Paris zeigte Faller Packaging eine nachhaltige Verpackungslösung, bei der Faltschachtel und Packungsbeilage kombiniert werden, um Materialverbrauch und Prozesskosten zu senken. Dabei wird die Packungsbeilage per Heißleim automatisiert in die Faltschachtel eingeklebt. Ziel ist eine Vereinfachung des Verpackungsprozesses, weil Zuführtechnik und separate Anleger für eine zweite Komponente entfallen. Das System ist in drei Varianten verfügbar: Basic, Comfort und Excellence.

Technisch basiert das Kombi-Pack auf der automatischen Applikation der Packungsbeilage in der Faltschachtel. Die Faltschachtel soll sich ohne größere Anpassungen in bestehende Linien integrieren lassen. Ergänzend wird ein faserbasiertes Tray als Alternative zu Kunststoff oder Aluminium vorgestellt. Das Tray besteht aus einer leichten, stabilen und recyclingfähigen Faser und ist darauf ausgelegt, bisherige Kunststoff-Trays nahezu identisch zu ersetzen. Für Anwendungen mit sensiblen Wirkstoffen oder elektronischen Komponenten werden strukturierte Einsätze sowie Kombilösungen genannt.

Als Nutzen werden geringere Rüstzeiten, weniger Stillstände und ein reduzierter Kontrollaufwand beschrieben, da statt zwei Komponenten nur ein Produkt geprüft und gelagert werden muss. Zudem soll das kombinierte System Prozesskosten und Materialeinsatz senken und durch einfacheres Handling einen praktischen Mehrwert bieten. Im Nachhaltigkeitskontext werden Monomaterialien als Beitrag zur besseren Sortierbarkeit im Recyclingprozess sowie ein Fokus auf Materialeffizienz bei gleichzeitigem Produktschutz hervorgehoben.

Ein weiterer Messe-Schwerpunkt lag auf Sonderkonstruktionen und einem PrePackaging Service für vorkonfektionierte Verpackungen, insbesondere für Injektionssysteme wie Autoinjektoren, Pens oder komplexe Kits mit Vials und Zubehör. Die Lösungen werden produktbezogen ausgelegt und lassen sich in bestehende Prozesse integrieren; die Begleitung ist ab Phase 3 klinischer Studien vorgesehen, um Ready-to-use-Verpackungen für Vials, Spritzen oder Devices bereitzustellen. Zusätzlich wurden Haftetiketten und Packungsbeilagen präsentiert, darunter manipulationssichere Verschlussetiketten nach EN 16679:2014 sowie Packungsbeilagen aus Digitaldruck, um kleine Auflagen wirtschaftlich herzustellen und Vorlaufzeiten zu verkürzen.