UMWELTTECHNIK



 Wärme und Strom aus einer Anlage 

Biomasse-Energie für Malzproduzent

Schmidmeier NaturEnergie GmbH

Avangard Malz ist mit 380.000 Tonnen Malz pro Jahr und vier Standorten der größte Malzproduzent Deutschlands. Um den Standort am Bremer Hafen zukünftig mit grüner Wärme und grünem Strom zu versorgen, folgt der nächste Schritt: Die Biomasse-Anlage von Marktführer Schmidmeier NaturEnergie wurde am 27. Januar zum ersten Male angefeuert.

Wer ein gutes Bier brauen will, braucht dazu gutes Malz. Und das muss gut getrocknet sein. Avangard Malz trocknet im Werk am Bremer Hafen das Grünmalz in sogenannten Darren. Diese Darren brauchen für die Trocknung jährlich über 70.000MWh Wärme. Daneben wird für den Herstellungsprozess und die Belüftung der Darren auch eine erhebliche Menge an elektrischem Strom benötigt. Beides zukünftig ein teures Vergnügen – nutzt man Öl oder Gas als Energieträger. Noch dazu sind beide umweltschädlich. Deshalb entschied sich Avangard für die Energiequelle Biomasse: CO2-neutral, verfügbar aus heimischen Quellen – und preisstabil, weil unabhängig von Importen und Spekulanten.

Aufgrund des hohen Wärme- und Strombedarfs installierte Avangard eine Schmidmeier NaturEnergie Heißdampf-Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung zur Wärme- und Stromerzeugung. Die Gesamtanlage wurde schlüsselfertig auf dem Betriebsgelände gebaut. Sie versorgt den Bremer Standort der ab 2026 mit einer jährlichen Wärmemenge von 54.400MWh. Am 27. Januar wurde sie symbolträchtig zum ersten Male angeheizt – das „Erste Feuer“ in Gang gesetzt. Dieser Tag markiert den Beginn der Inbetriebnahme der Anlage mit einer Nennwärmeleistung von 9.000kW und eine Dampfleistung von 12.500kg/h. Die jährliche Stromerzeugung über die Turbine beläuft sich auf 9.700MWh.

Eine mehrstufige Rauchgasreinigung sorgt in allen Schmidmeier Anlagen für die richtigen Emissionswerte . Die erste Stufe befindet sich bereits im Feuerraum. Hier wird Ad Blue in das Rauchgas eingesprüht und reduziert so Stickoxide zu Wasserdampf und Stickstoff. Im Schritt zwei werden alle groben Staubpartikel aus dem Rauchgasstrom abgeschieden. Der dritte Reinigungsschritt findet in einem Gewebefilter statt. Dort werden auch feinste Partikel mit einem Grad von über 99 Prozent ausgefiltert. Die Schmidmeier NaturEnergie setzt an dieser Stelle zudem zur Bindung von Schadstoffen eine weitere Additiv-Dosierung ein. Diese mehrstufige Rauchgasreinigung sorgt dafür, dass die Emissionen jederzeit problemlos alle Vorschriften erfüllen.

Als Brennstoff kommt Gebrauchtholz der Kategorie A I und A II zum Einsatz. Das Holz stammt von einem Altholzaufbereiter in unmittelbarer Nähe der Mälzerei. So stärkt der Brennstoff – im Unterschied zu fossilen Energieträgern – zusätzlich zu seiner CO2-Neutralität auch die regionale Wertschöpfung. Die Schmidmeier NaturEnergie übernimmt dabei nicht nur die Rolle des Generalunternehmers für den Anlagenbau, sondern liefert für Avangard Malz zudem ein maßgeschneidertes Brennstoffmanagement. Das Leistungspaket umfasst Brennstoffberatung, das Lieferantenmanagement, das Aschemanagement, sowie Qualitätskontrollen und die Schulungen der Mitarbeiter im Bereich Gebrauchtholz. So wird der Betrieb langfristig, liefersicher, umweltschonend und preiswert mit Brennstoff versorgt.