CHEMIE
Mit nachgeschalteter Nitrogen Reduction Unit
Aufbereitungsverfahren für Deponiegas

ETW Energietechnik GmbH
Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) setzen auf Technologie aus dem Rheinland und freuen sich, mit der Biomethananlage der ETW Energietechnik GmbH aus Moers einen entscheidenden Schritt in Richtung Umweltschutz und Klimaneutralität zu machen. Die Komplettanbieter von Biomethananlagen und Blockheizkraftwerken (BHKW) erhalten den Zuschlag für eine Anlage, die künftig bis zu 700 Nm³/h Deponiegas in Biomethan aufbereiten wird.
Entwickelt und geplant wurde das Anlagenkonzept von der BSR in enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Rytec. Das Büro Rytec bringt dafür eine umfangreiche Expertise zur Biogaserzeugung, der biologischen und thermischen Abfallbehandlung, der Energietechnik sowie der Abfall- und Deponietechnik mit.
„Mit dem speziell für Deponiegas entwickelten ETW Aufbereitungsverfahren mit nachgeschalteter Nitrogen Reduction Unit (NRU) kann Deponiegas mit Stickstoffgehalten von über 22 Prozent zu einspeisefähigem Biomethan aufbereitet werden. Nach den durchweg positiven Betriebserfahrungen unserer ersten Referenzanlage im italienischen Taranto, die bereits seit über einem Jahr erfolgreich läuft, bestätigt dieser erneute Zuschlag das Marktvertrauen in unsere Ingenieurskunst und Anlagentechnik“, erläutert der verantwortliche Vertriebsleiter Alexander Szabo von ETW Energietechnik.
Deponiegas ist ein besonderes Gas zur Aufbereitung. Auf der einen Seite gibt es eine sehr hohe Schadstoffkonzentration an Spurenstoffen (VOC: flüchtige organische Verbindungen, englisch volatile organic compounds) und Siloxanen. Auf der anderen Seite ist die Gasqua- lität nicht konstant. Dadurch entstehen Schwankungen in der Gaszusammensetzung und Gasmenge. Je länger eine Deponie in Betrieb ist, desto mehr Methan wird durch Sauerstoff und Stickstoff ersetzt. Überdies ist die Gasmenge rückläufig.
Somit werden sehr hohe Anforderungen an eine Biomethananlage zur Gasaufbereitung gestellt. Die Methankonzentration liegt zwischen 35 bis 60 Prozent, die Stickstoff- und Sau- erstoffkonzentration beträgt bis zu 23 Prozent und der Betriebsbereich – also die Teillastfä- higkeit der Anlage – beträgt zwischen 40 bis 100 Prozent Kapazität.
Um den externen Strombedarf der Biomethananlage zu minimieren, liefert ETW zusätzlich ein BHKW zur Eigenstromversorgung, das auch mit dem Off-Gas der Aufbereitungsanlage betrieben wird. Dadurch steigt die Methanausbeute der Gesamtanlage auf über 95 Prozent.
Mit dem speziell für Deponiegas entwickelten ETW Aufbereitungs- verfahren mit nachgeschalteter Nitrogen Reduction Unit (NRU) kann Deponiegas mit Stickstoffgehalten von über 22 Prozent zu einspeisefähigem Biomethan aufbereitet werden.


