IEC 61508
Neben der Kenntnis der Anforderungen der Norm für funktionale Sicherheit ist es wichtig, die Arten von Fehlern zu kennen, die sicherheitsrelevante Systeme daran hindern können, beim Start den sicheren Zustand zu erreichen, also eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten.
Eine Sicherheitsfunktion kann entweder positive Maßnahmen zur Vermeidung gefährlicher Situationen durchführen oder die Ausführung bestimmter Maßnahmen verhindern, um einen sicheren Zustand aufrechtzuerhalten. Wie in Abbildung 1 dargestellt, kann eine Sicherheitsfunktion entweder einen systematischen oder einen zufälligen Ausfall aufweisen. Systematische Ausfälle betreffen sowohl die Hardware als auch die Software. Diese Ausfälle treten aufgrund einer bestimmten Ursache deterministisch auf und können durch eine Änderung des Designs und andere Maßnahmen beseitigt werden. Beispielsweise enthält die Norm IEC 61508 normative Techniken und Maßnahmen, mit denen systematische Fehler vermieden und kontrolliert werden können.
Andererseits können zufällige Ausfälle nur bei der Hardware auftreten. Diese Arten von Ausfällen resultieren aus einem oder mehreren möglichen Degradationsmechanismen in der Hardware, die zu einem zufälligen Zeitpunkt auftreten. Daher können zufällige Hardwareausfälle nur durch Diagnosemaßnahmen und ein geeignetes Architekturdesign kontrolliert werden.
Abbildung 2: Überlegungen zur Überwachung der Stromversorgung.
Abbildung 4: Einsatz von Schutzvorrichtungen zur Verbesserung der elektromagnetischen Störfestigkeit.
- Welche anderen systematischen Fehlerquellen müssen noch berücksichtigt werden?
- Gegen-EMK (elektromotorische Gegenkraft), die Eingangskreise beschädigen kann7
- Timing-/Impulsbreitenprobleme, die zu Kreuzleitung führen können
- Heiße Stellen, die zu einem thermischen Durchgehen führen können, wie in Abbildung 5 dargestellt
Kontrolle zufälliger Hardwareausfälle
Um die Auswirkungen von zufälligen Hardwarefehlern auf die Leistung sicherheitsrelevanter Systeme zu analysieren und zu quantifizieren, wird ein Dokument zur Fehlermöglichkeits-, Einfluss- und Diagnoseanalyse (FMEDA) verwendet. Die Eingaben dieses Dokuments umfassen Ausfallrate, Anwendung und Informationen zum Hardware-Design. Die Ausgaben des Dokuments zeigen die Blockausfallmodi und -auswirkungen, die Ausfallraten λSD, λSU, λDD und λDU, die Diagnoseabdeckung für jeden Ausfallmodus sowie die SIL-Metriken. Diese sind in Abbildung 6 dargestellt.
Abbildung 6: Zusammensetzung des FMEDA-Dokuments.
Über den Autor
Bryan Angelo Borres ist TÜV-zertifizierter Ingenieur für funktionale Sicherheit mit Schwerpunkt auf industrieller funktionaler Sicherheit. Als Senior Power Applications Engineer unterstützt er Komponentenentwickler und Systemintegratoren bei der Entwicklung funktional sicherer Stromversorgungsprodukte, die den industriellen Standards für funktionale Sicherheit wie beispielsweise IEC 61508 entsprechen. Bryan ist Mitglied des IEC National Committee der Philippinen für IEC TC65/SC65A und des IEEE Functional Safety Standards Committee. Er hat außerdem ein Postgraduierten-Diplom in Leistungselektronik und verfügt über mehr als sieben Jahre umfassende Erfahrung in der Entwicklung effizienter und robuster leistungselektronischer Systeme.
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