PROZESSAUTOMATISIERUNG & DIGITALISIERUNG

Daten, Flexibilität, Effizienz
Die Nachfrage nach mehr verwertbaren Informationen aus mehr Anwendungen, die schneller an mehr Menschen geliefert werden, führt zu einem revolutionären Umdenken in der Automatisierungsarchitektur. Das Rückgrat dieser neuen Architektur ist die OT-spezifische Edge, wo neue Technologien die Daten sicherer und freier zugänglich machen, die Rechenleistung auf alle Ebenen des Betriebs übertragen - sowohl vor Ort als auch außerhalb - und gleichzeitig das Management der ständig wachsenden Technologiedichte vereinfachen.
Hier sind einige Trends, die zeigen, wie die OT-Edge die Architektur der lokalen Datenverarbeitung definieren wird:
E/A- und Steuerungssystem-Entkoppelung
Diese massive Transformation der Feldkonnektivität vereinfacht die Verbindung von Feldgeräten mit Systemen. Die CHARMS Technologie von Emerson war die erste dieser Art, die diese Möglichkeit bot. Bald wird Ethernet-APL diesen Weg fortsetzen und die Leistungsfähigkeit von Ethernet nutzen, um E/A vom Leitsystem zu entkoppeln. Ethernet-Äquivalente aktueller Protokolle bringen mehr Datentypen in das Leitsystem und direkt in die Cloud-Analyse.
Hyperkonvergenz
Traditionell erforderte die Erweiterung oder Neukonfiguration der Kapazität eines Leitsystems ein Investitionsprojekt, erhebliche Kosten und viel Zeit. Hyperkonvergente Lösungen, bei denen die Rechenressourcen selbst flexibel funktional über Software partitioniert sind, ändern dieses Paradigma. Der Einsatz neuer Steuerungskapazitäten kann in der Hälfte der Zeit und mit einem wesentlich geringeren technologischen Aufwand erreicht werden, was zu einer höheren Geschwindigkeit und Flexibilität führt, ohne dass Kapitalinvestitionen oder neue physische Infrastruktur erforderlich sind.
Softwaredefinierte Steuerung
Heutzutage werden Prozessleitsysteme (Distributed Control Systems, DCS) mit Hardware-Reglern für extreme Temperatur-, Feuchtigkeits- und Vibrationsbedingungen entwickelt, obwohl dies nur bei etwa 25 Prozent der Anwendungen wirklich erforderlich ist. Die meisten Regler-Hardwarekomponenten sind sicher in Steuerschränken untergebracht, die in klimatisierten Räumen aufgestellt sind. Softwaredefinierte Steuerung ermöglicht es Benutzern, Steuerungssoftware und -hardware unabhängig voneinander auszuwählen und nach Bedarf zu skalieren. Dies sorgt für Flexibiltät bei Einsatz und Systemverwaltung, ohne Determinismus, Genauigkeit oder Systemintegriät zu beeinträchtigen.
Software-Containerisierung
Durch die Entkoppelung von Softwarefunktionen vom Betriebssystem unter Beibehaltung der erforderlichen Funktionen des Betriebssystemkerns lassen sich leichtgewichtige Softwarecontainer einfacher in einer Infrastruktur bereitstellen und bieten so mehr Flexibilität und Sicherheit für Computing-Architekturen und die Datennutzung. Die Verteilung der Arbeitslast kann Engpässe verringern und den Zugriff auf Softwarefunktionen dort erweitern, wo sie benötigt werden.
Vereinheitlichung der Datenstruktur
Durch verteilte Standarddatenmodelle und Datenintegrationstools wie Inmation von AspenTech wird es möglich sein, Daten für mehr Anwendungen, einschließlich Cloud-Analysen, einheitlicher zugänglich zu machen. Ein vereinheitlichte Datenstruktur, die im gesamten OT-Edge-Bereich eingesetzt wird, hilft dabei, das intelligente Feld mit der Cloud zu verbinden, wobei kontextbezogene Daten an die richtige Person geliefert werden, unabhängig davon, wo diese sich befindet. Dies ermöglicht einfachere Analysen und neue Betriebsmodelle mit fachkundiger Unterstützung an jedem Ort.
IT/OT-Technologieintegration
Da IT und OT besser zusammenwachsen müssen, um eine sichere Unternehmenskonnektivität und bessere Integration zwischen OT-Systemen und IT-Plattformen zu gewährleisten, fungiert die OT-Edge als Hauptintegrationspunkt zwischen beiden Disziplinen. Diese Konvergenz erleichtert die Bereitstellung von Prozessleitsystemdaten im gesamten Unternehmen mit Technologien wie DeltaV™ Edge Environment von Emerson.
Sicherer, offener Zugang
Herkömmliche Sicherheitslösungen für die Automatisierung beschränken den Datenzugriff innerhalb der Anlagenumgebung. Durch Tools wie den AMS Device Manager Datenserver von Emerson wird ein offenerer und dennoch sicherer Zugriff bereitgestellt. So können externe Fachleute den Zustand der Geräte überwachen und Korrekturmaßnahmen empfehlen, was die Priorisierung und Reaktionszeit der Ressourcen vor Ort beschleunigt.
Innovationen wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, digitale Zwillinge und eingebettete Computertechnik treiben die Nachfrage nach umfangreicheren Datensätzen und einem einfacheren Zugang voran. Zentrale Systeme bieten nicht nur leistungsfähigere Rechenkapazitäten, sondern fast jedes Gerät oder jede Anlage hat jetzt auch die Möglichkeit, softwarebasierte Rechenaufgaben sofort vor Ort auszuführen. Die moderne OT-Edge macht dies möglich.
Fortschrittliche Technologien wie diese helfen Unternehmen dabei, Betriebsmodelle weiterzuentwickeln und ermöglichen cloudbasierte Unternehmensabläufe und -prozesse, von denen man vor einigen Jahren nur träumen konnte. Die OT-Edge ist das Rückgrat, das dies möglich macht.


