AUS DEN UNTERNEHMEN

 Umbrüche in Chancen verwandeln 

Endress+Hauser Global Forum 2026

In der Messe Basel wurde vom 14. bis 16. April 2026 das zweite Endress+Hauser Global Forum ausgerichtet. Die Veranstaltung versammelte internationale Entscheidungsträger sowie Fachleute, um zentrale Fragestellungen zur Zukunft der Prozessindustrie zu erörtern. Im Fokus stand dabei, wie Unternehmen den kontinuierlichen Wandel gezielt nutzen konnten, um Wertschöpfung zu steigern, ihre Wettbewerbsposition zu stärken und nachhaltige Entwicklungen voranzutreiben.

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Endress+Hauser Group Services AG

Transformation ist für die Prozessindustrie heute keine Ausnahme mehr, sondern Normalität. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Arbeitsweisen, die Kreislaufwirtschaft gewinnt an Bedeutung. Gleichzeitig stellen geopolitische Einflüsse, regulatorische Anforderungen und der demographische Wandel Unternehmen vor Herausforderungen. „All diese Entwicklungen eröffnen aber auch neue Möglichkeiten – für mehr Produktivität, geringere Emissionen und innovative Geschäftsmodelle“, sagt Dr. Peter Selders, CEO von Endress+Hauser.

Bei der Veranstaltung unter dem Leitthema „Driving sustainable transformation together“ zeigten renommierte Vordenkerinnen und Vordenker in so genannten Inspiring Sessions auf, wie Unternehmen Trends und Risiken erkennen und Umbrüche in Chancen verwandeln können. Der US-Wirtschaftsfuturist Jonathan Brill beschäftigte sich mit der Antizipation von Veränderungen in einem volatilen Umfeld. Goutam Challagalla, Professor für Strategie und Marketing an der IMD Business School in Lausanne, erklärte, wie Nachhaltigkeit zum Wettbewerbsvorteil wird.

Der Zukunftsberater Nikolas Badminton erläuterte die Bedeutung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien für das Wachstum und die Resilienz von Unternehmen. Über den Aufbau von zukunftsfähigen Belegschaften sprach Dr. Katharina Herrmann, Personalvorständin bei Hubert Burda Media. Und Jennifer Zhu Scott zeigte auf, wie Künstliche Intelligenz vom technologischen Versprechen zum strategischen Erfolgsfaktor wird. Die Unternehmerin aus Hongkong ist KI-Investorin und CEO des Rechenzentren-Lösungsanbieters Power Dynamics.

Ausgehend von den Inspiring Sessions im großen Plenum konnten die Teilnehmenden spezifische Themen in zahlreichen Insight Sessions vertiefen. In diesen kompakten, praxisorientieren Gruppenveranstaltungen stellten Kundenfirmen und Partnerunternehmen mit Endress+Hauser konkrete Anwendungsfälle vor, berichteten von ihren Erfahrungen und teilten Erfolgsfaktoren. Behandelt wurden zum Beispiel die Chancen und Fallstricke beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder Partnerschaften und Technologien für industrielle Nachhaltigkeit.

„Wir wollten herausschälen, was wirklich funktioniert und den meisten Nutzen bringt“, sagte Peter Selders. „Kein Unternehmen kann die aktuellen Herausforderungen allein bewältigen. Nur durch offenen Dialog und vertrauensvolle Partnerschaften können wir die vorhandene Komplexität meistern und positive Veränderungen beschleunigen. Das Global Forum ist die Plattform, um Ideen auszutauschen, Innovationen anzustoßen und von der Vision zur Umsetzung zu gelangen.“

Abgerundet wurde das Programm mit Werksführungen in der Region sowie einer Ausstellung, in der Endress+Hauser gemeinsam mit Tochtergesellschaften und Partnerfirmen neue Produkte, Systeme und Lösungen für betriebliche Effizienz und Nachhaltigkeit präsentierte. Teil der Ausstellung waren auch exklusive Einblicke in die Arbeit an Produktinnovationen.


 Gefahrstoffschutz neu gedacht 

Ganzheitliche Sicherheitskonzepte 

DENIOS SE

Für den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen sind umfassende Maßnahmen erforderlich, die über die Bereitstellung von feuerbeständigen Lagerschränken und einfache Absperrmaßnahmen hinausgehen. Dies zeigt sich insbesondere bei betrieblichen Prüfungen, bei denen die Einhaltung ganzheitlicher Sicherheitskonzepte im Fokus steht. Denios weiß das seit 40 Jahren – und liefert deshalb keine Einzellösungen von der Stange, sondern durchdachte Sicherheitskonzepte, die wirklich zusammenpassen. Konzepte, die nicht beim ersten Audit ins Wanken geraten.

Beratung, normgerechte Produkte oder digitale Überwachung: Bei Denios greifen viele Bausteine ineinander wie Zahnräder. Kein Element steht für sich allein, kein Aspekt bleibt dem Zufall überlassen. Das Ergebnis? Unternehmen bekommen kein buntes Sammelsurium an Maßnahmen – sondern ein schlüssiges System, das Risiken für Mensch und Umwelt dauerhaft minimiert. Eines, das auch dann funktioniert, wenn es darauf ankommt.

Passend dazu feiert das Unternehmen in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen – und hält dabei konsequent Kurs auf seine übergeordnete Mission: Vision Zero. Eine Arbeitswelt, in der niemand durch Gefahrstoffe zu Schaden kommt und die Umwelt geschützt bleibt. Kein frommer Wunsch, sondern ein Anspruch, der jeden Entwicklungsprozess, jedes Produkt und jede Beratungsleistung prägt. Genau der richtige Maßstab für vier Jahrzehnte innovative Arbeit.

Alles beginnt mit einer ehrlichen Analyse. Wo lagern welche Stoffe? Welche gesetzlichen Anforderungen gelten? Wo schlummern Risiken, die im Tagesgeschäft leicht übersehen werden? Auf dieser Grundlage entstehen maßgeschneiderte Lösungen – von der ersten Beratung über die Planung bis zur fertigen Installation. Kein Copy-paste, sondern individuelle Konzepte, die zu den realen Bedingungen im Betrieb passen.


Konkret heißt das zum Beispiel:

  • Gefahrstofflager – normgerecht, mit integriertem Auffangsystem, Belüftung und Brandschutz. Sicherheit ist hier keine nachträgliche Ergänzung, die man im Nachhinein irgendwie hineindenkt. Sie ist von Anfang an eingebaut – in Konstruktion, Material und Funktion.
  • Auffangwannen – der stille Schutz vor großen Schäden. Sie fangen auslaufende Flüssigkeiten auf, bevor diese Boden, Grundwasser oder nahe Gewässer erreichen. Unscheinbar im Alltag. Unverzichtbar im Ernstfall. Und flexibel genug, um sich in bestehende Betriebsabläufe zu integrieren, ohne alles auf den Kopf zu stellen.
  • Digitale Monitoring-Systeme – Sensoren, die rund um die Uhr im Blick behalten, was Menschen leicht übersehen. Temperatur, Füllstände, Leckagen: Abweichungen werden erkannt, bevor sie zum Problem werden. Früherkennung statt Schadensbegrenzung. Prävention statt Protokoll.


Der Unterschied zwischen einem sicheren und einem unsicheren Betrieb liegt selten an einer einzigen Maßnahme. Er liegt darin, ob alle Teile wirklich zusammenpassen – ob die Lösung für Lager, Transport und Überwachung aus einem Guss ist oder ob jemand Einzelteile verschiedener Anbieter notdürftig zusammengestückelt hat. Genau das ist der Anspruch: nicht einfach Produkte verkaufen, sondern Unternehmen dabei helfen, Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden und der Umwelt nicht nur zu versprechen, sondern wirklich zu leben.

Vier Jahrzehnte Erfahrung stecken in jedem Beratungsgespräch, jedem Produktdesign, jedem installierten System. Das Ziel bleibt dasselbe – nur die Werkzeuge werden besser. Und die Antworten präziser. Über allem steht die Vision Zero: eine Welt ohne Schäden an Mensch und Umwelt.


 Center für kundennahe Prozessentwicklung 

Von der Idee zum Prozess

Flottweg SE

Am Hauptsitz in Vilsbiburg hat Flottweg sein neues Process Center offiziell in Betrieb genommen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro etabliert das Unternehmen damit eine zentrale Plattform für Kundenversuche, Prozessentwicklung sowie anwendungsnahe Tests im industriellen Maßstab.

Im Rahmen der Einweihungsfeier begrüßte der Vorstand zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Projektbeteiligte zur offiziellen Inbetriebnahme des neuen Technologiezentrums. Zu den Ehrengästen zählten unter anderem der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, sowie die Erste Bürgermeisterin der Stadt Vilsbiburg, Sibylle Entwistle.

In ihren Grußworten würdigten sie die Investition als klares Bekenntnis zum Standort und zur Innovationskraft der Region. „Flott weg in die Zukunft“, so Aiwanger, werde es mit dem Process Center gehen. Bürgermeisterin Entwistle betonte zudem die enge Verbundenheit des Unternehmens mit der Stadt und das Engagement vieler Mitarbeitender im gesellschaftlichen Leben vor Ort.

Einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und die technische Konzeption des Process Centers gab Stefan Bichelmeier, Leiter der Verfahrenstechnik. Das Zentrum fungiert als entscheidende Schnittstelle zwischen Labor und industrieller Anwendung. Er erläuterte, wie das Process Center gezielt darauf ausgerichtet wurde, Kundenanwendungen unter realitätsnahen Bedingungen im größeren Maßstab zu testen.

„Sehr häufig beginnt alles hier in Vilsbiburg – im Labor“, erklärt der Vorstandvorsitzende Dr. Kersten Christoph Link. „Das Process Center schafft die Voraussetzungen, um aus einer Idee eine realisierbare, robuste und wirtschaftliche Lösung zu entwickeln.“

Für diese Versuche bringen Kunden ihre eigenen Materialien mit – von Mineralölen über Kunststoffe bis hin zu Lebensmitteln. Nach ersten Untersuchungen im Labor werden diese im Process Center unter Einsatz von Dekanterzentrifugen, Separatoren und weiteren Anlagen getrennt, getestet und optimiert. Auf dieser Basis können fundierte Investitionsentscheidungen getroffen werden.

Auf rund 2.000 Quadratmetern vereint das Process Center moderne Labor-, Test- und Büroflächen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung effizienter, kundenspezifischer Lösungen für ein breites Spektrum industrieller Anwendungen. Ein wachsendes Anwendungsfeld ist dabei die Gewinnung pflanzlicher Proteine, etwa aus Erbsen für Lebensmittel und Ersatzprodukte.

Die Einweihungsfeier bot zugleich den Rahmen, allen Projektbeteiligten sowie regionalen Partnern und Zulieferern für ihre Unterstützung zu danken. Ihr Engagement habe maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung des Bauprojekts beigetragen.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Process Centers stärkt das Unternehmen seine Position als Entwicklungspartner für maßgeschneiderte Trennlösungen und baut seine Kompetenzen in der anwendungsnahen Prozessentwicklung weiter aus.


 Best Workspaces Award 2026 

Auszeichnung für Gemü Headquarter 

 GEMÜ Gebr. Müller GmbH & Co. KG

Für seinen Hauptsitz im Gewerbepark Hohenlohe in Kupferzell wurde die Gemü Gruppe mit dem „Best Workspaces Award 2026“ ausgezeichnet. Das Gebäude zählt damit zu den prämierten Projekten im deutschsprachigen Raum, die neue Maßstäbe für moderne Arbeitswelten setzen.

Der „Best Workspaces Award“ ist eine der führenden internationalen Architektur-Auszeichnungen für intelligente Arbeitswelten und Bürobauten. Jährlich werden herausragende Projekte prämiert, die durch gestalterische Qualität, funktionale Exzellenz und innovative Konzepte überzeugen. Im Wettbewerbsjahr 2026 wurden rund 70 Projekte ausgezeichnet, darunter beispielgebende Lösungen aus den Bereichen Innenarchitektur und Hochbau.

Die Bewertung erfolgte durch eine unabhängige Expertenjury aus Architektur, Design, Forschung und Medien. Zu den zentralen Kriterien zählten unter anderem Flexibilität, Kollaboration, Kommunikation, Konzentration und Wohlbefinden sowie Innovationsgrad, Zeitgemäßheit und die gestalterische Qualität der Gebäude. 

Mit seinem Headquarter in Kupferzell hat das Unternehmen eine Arbeitsumgebung geschaffen, die weit über klassische Bürostrukturen hinausgeht. Das Gebäude vereint funktionale Anforderungen mit einer modernen, mitarbeiterorientierten Gestaltung und fördert gezielt Austausch, Identifikation und Produktivität. Damit folgt das Unternehmen einem ganzheitlichen Verständnis von Arbeitswelten, bei dem sowohl die räumliche Qualität als auch das subjektive Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen. Das Zusammenspiel von Architektur, Funktionalität und Arbeitskultur schafft eine Umgebung, die Kommunikation unterstützt und zukunftsweisende Arbeitskonzepte ermöglicht.

„Ein modernes Arbeitsumfeld ist für uns kein ‚Nice-to-have‘, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor. Mit unserem neuen Headquarter haben wir eine Umgebung geschaffen, die Innovation, Zusammenarbeit und Arbeitszufriedenheit gleichermaßen fördert. Offene, flexible Flächen, ergonomische Arbeitsplätze und inspirierende Rückzugsorte unterstützen nicht nur die Produktivität, sondern auch die Kreativität unserer Mitarbeitenden,“ so Gert Müller, CEO und Managing Partner der Unternehmens-Gruppe.

Der Award wird vom Callwey Verlag in Zusammenarbeit mit führenden Partnern aus Architektur, Design und Arbeitsweltforschung ausgelobt. Ziel ist es, wegweisende Workspace-Konzepte sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Unternehmen, Planern und Herstellern zu fördern.


 Eisspeicher, Solarenergie & regionale Biomasse 

Klimaneutraler Standort

groninger & co. gmbh 

Der groninger Standort Schnelldorf wird ab sofort vollständig aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Möglich wird das durch ein nachhaltiges Energiekonzept, das die Nutzung eines innovativen Eisspeichersystems, Photovoltaikanlagen und seit Kurzem auch den Anschluss an eine lokale Hackschnitzelanlage der DHB Therm umfasst. Damit setzt das Unternehmen ein deutliches Zeichen für verantwortungsbewusstes und zukunftsorientiertes Handeln.

Bereits seit Jahren wird im Werk in Schnelldorf ein hochmoderner Eisspeicher betrieben, der in Kombination mit Wärmepumpen und Solarstrom die Firmengebäude effizient heizt und kühlt. Das System nutzt die sogenannte Kristallisationswärme: Beim Gefrieren von Wasser wird Wärme frei, die im Winter zum Heizen eingesetzt wird; beim Schmelzen im Sommer entsteht natürliche Kühlung – ganz ohne klimaschädliche Kältemittel. Die dafür benötigte Energie wird über firmeneigene Photovoltaikanlagen bereitgestellt.

Mit dem Anschluss an das Nahwärmenetz von DHB Therm, ein lokaler Anbieter von Wärme aus biogener Hackschnitzelverbrennung, wird das bestehende Konzept nun konsequent erweitert. Die Anlage nutzt für die Energiegewinnung regionale Holzreste und ist damit CO2-neutral – für groninger ein Paradebeispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

„Die lokale Hackschnitzelanlage stellt für uns eine weitere zuverlässige Energiequelle dar und ergänzt die bestehenden Systeme ideal“, sagt Volker Groninger, geschäftsführender Gesellschafter von groninger.

Dass der Standort im fränkischen Bayern heute Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist, kommt nicht von ungefähr. Bereits bei der Planung des Werks, das im Jahr 2001 eröffnet und 2017 erweitert wurde, wurde bewusst auf nachhaltige Technologien gesetzt – lange bevor das Thema in Politik und Wirtschaft flächendeckend angekommen war. „Damals war das wirtschaftlich kaum zu begründen – aber wir waren überzeugt, dass sich nachhaltiges Denken langfristig auszahlt. Heute sehen wir: Diese Entscheidungen waren richtig“, bekräftigt auch Bruder Jens Groninger, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter.

Mit dem Standort Schnelldorf zeigt das Familienunternehmen, wie Industrie und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Das würdigt auch Jürgen Dollinger, Geschäftsführer und Mit-Initiator der Hackschnitzelanlage: „Die Zusammenarbeit mit groninger macht deutlich, wie regionale Partnerschaften einen echten Beitrag in Sachen Energieversorgung leisten können und wie eine echte Transformation gelingen kann. Unsere Hackschnitzelanlage nutzt ausschließlich Holzreste aus der Region – ein nachwachsender, CO2-neutraler Rohstoff, der nicht nur nachhaltig ist, sondern auch Versorgungssicherheit bietet. Dass ein Industrieunternehmen wie groninger diesen Weg konsequent mitgeht, ist ein starkes Zeichen.“ Es beweise, so Dollinger weiter, dass Ökologie und Industrie keine Gegensätze sein müssten.

Die erreichte Klimaneutralität in Schnelldorf wurde am Freitag, 24. April, im Rahmen einer offiziellen Einweihung gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Belegschaft gewürdigt.

Nach der Begrüßung durch Volker Groninger hoben die Redner die Bedeutung des Projekts weit über den Standort hinaus hervor. Tobias Strauß, Bürgermeister von Schnelldorf, lobte das Engagement des Unternehmens: „100 Prozent Klimaneutralität ist ein echtes Statement – ein klares Bekenntnis zur Energiewende.“ Gerade vor dem Hintergrund aktueller energiepolitischer Herausforderungen sei es wichtig, dass Industrieunternehmen Verantwortung übernähmen und konkrete Lösungen umsetzten. „groninger ist ein echtes Vorbild für die ganze Region“, findet er.

Den inhaltlichen Rahmen spannte auch Christian Ahnesorg, Director of IT and Quality Excellence bei groninger und verantwortlich für das Nachhaltigkeitsmanagement. In seiner Ansprache ordnete er den Meilenstein strategisch ein: Die energetische Klimaneutralität in Scope 1 und 2 – also bei direkten Emissionen sowie bei Strom- und Wärmebezug – sei nicht durch eine Einzelmaßnahme erreicht worden, sondern durch einen funktionierenden Mix. „Das ist kein theoretisches Konzept aus einer Studie – das läuft. Und genau das macht es stark“, so Ahnesorg.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass Nachhaltigkeit beim Familienunternehmen kein kurzfristiger Trend sei, sondern Teil des Geschäftsmodells: langlebige Maschinen, energieeffiziente Prozesse, regionale Partnerschaften und Investitionen mit langfristigem Horizont. Schnelldorf verstehe sich dabei nicht als Sonderfall, „sondern als Blaupause für unsere anderen Standorte.“


 Vom Eisenwarengeschäft zum Industrie-Partner 

160 Jahre Oltrogge

Mit rund 120 Mitarbeitenden, darunter auch zahlreiche Servicetechniker (hier im Bild), betreut Oltrogge Industriekunden unterschiedlichster Branchen und begleitet sie bei der Weiterentwicklung ihrer Produktionsprozesse. Quelle: Oltrogge GmbH & Co. KG 

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, fortschreitender Digitalisierung und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen befinden sich Industrieunternehmen in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der Produktionsabläufe grundlegend verändert. In diesem Kontext gewinnen Partner an Bedeutung, die technologische Expertise mit einer langfristig ausgerichteten Strategie verbinden. Oltrogge aus Bielefeld begleitet den Wandel in der Industrie seit 160 Jahren – und zeigt, warum gerade mittelständische Industriepartner dabei eine zentrale Rolle spielen.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist, dass das Unternehmen bewusst ein mittelständisch geprägtes Familienunternehmen geblieben ist – aus voller Überzeugung. Die Struktur ermöglicht kurze Entscheidungswege, langfristige Partnerschaften und eine hohe Flexibilität bei der Umsetzung individueller Kundenanforderungen. In einem Marktumfeld, das zunehmend von Dynamik, Kostendruck und technologischen Umbrüchen geprägt ist, wird diese Struktur zum klaren Wettbewerbsvorteil.

„Wir verstehen uns als langfristigen Partner unserer Kunden, mit dem Anspruch, technologische Kompetenz mit praxisnaher Beratung zu verbinden“, sagt Daniel Oltrogge, geschäftsführender Gesellschafter in fünfter Generation. „Gerade als mittelständisches Unternehmen können wir schnell, flexibel und nah am Kunden agieren. Unser Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die unsere Kunden künftig noch produktiver, nachhaltiger und resilienter machen.“

Diese Haltung spiegelt sich auch in der Entwicklung des Unternehmens wider: Seit der Gründung im Jahr 1866 als Eisenwarengeschäft in der Bielefelder Innenstadt hat sich das Unternehmen über fünf Generationen parallel zur industriellen Entwicklung konsequent weiterentwickelt. Bereits in den frühen 1930er-Jahren setzte das Unternehmen als Anbieter von Kompressoren und Lackiertechnik auf zentrale Schlüsseltechnologien der industriellen Fertigung.

Ein entscheidender Wachstumsschritt folgte 1981 mit der Übernahme des exklusiven Vertriebs für Mazak-Werkzeugmaschinen. Seit 2003 ergänzt das Unternehmen sein Portfolio zudem durch eigene Technologien, darunter Misch- und Dosieranlagen der Eigenmarke Regular sowie Lösungen für anspruchsvolle Oberflächenprozesse wie etwa Molch- und Polyesterspritzanlagen.

Ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte ist die Partnerschaft mit Atlas Copco, die seit 2020 neue Impulse im Bereich energieeffizienter Drucklufttechnik setzt und Kunden Zugang zu technologisch führenden Lösungen ermöglicht. 

Auch strukturell hat sich das Unternehmen weiterentwickelt: Mit der jüngsten Fokussierung auf die Kernbereiche Oberflächentechnik, Drucklufttechnik und Werkzeugmaschinen 2025 hat das Unternehmen seine strategische Ausrichtung weiter geschärft.

Auf dieser Grundlage hat sich das Unternehmen heute als Engineering-Partner für technisch anspruchsvolle Industrielösungen etabliert. Mit rund 120 Mitarbeitenden betreut das Familienunternehmen etwa 4.500 Industriekunden unterschiedlichster Branchen und begleitet sie bei der Weiterentwicklung ihrer Produktionsprozesse. Das Unternehmen entwickelt und realisiert ganzheitliche Konzepte – von der Planung über die Umsetzung bis zum Service. Das Spektrum reicht von modernster Oberflächentechnik über energieeffiziente Druckluft- und Vakuumsysteme bis hin zu präzisen Werkzeugmaschinen.

Im Fokus stehen dabei Lösungen, die sich nahtlos in bestehende Produktionsumgebungen integrieren lassen und messbare Effizienzgewinne erzielen. Themen wie Energieeinsparung, Prozesssicherheit und Transparenz gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, etwa durch intelligente Steuerungssysteme oder digitale Monitoring-Lösungen. 

Die Anforderungen an die industrielle Produktion verändern sich weiter rasant. Steigende Energiepreise, wachsender Kostendruck, zunehmende Digitalisierung und strengere Nachhaltigkeitsanforderungen prägen das Marktumfeld.

Das Unternehmen begegnet diesen Entwicklungen mit einem klaren strategischen Fokus: energieeffiziente Lösungen über alle Unternehmensbereiche hinweg, der Ausbau digitaler Services sowie die gezielte Modernisierung bestehender Anlagen durch Retrofit-Konzepte. Ziel ist es, Kunden nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich und nachhaltig zukunftssicher aufzustellen.


 Pharmazeutische Hersteller vor Ort unterstützen 

Uhlmann eröffnet Niederlassung in Argentinien 

Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG

Mit der Eröffnung einer neuen Niederlassung in Buenos Aires, Argentinien, baut Uhlmann Pac-Systeme seine internationale Präsenz gezielt weiter aus. Das Unternehmen stärkt damit seine Kundennähe in einem der dynamischsten Pharmamärkte Lateinamerikas.

Argentinien verfügt über eine etablierte pharmazeutische Industrie mit starker lokaler Produktion und wachsender Bedeutung regionaler Lieferketten. Für das Unternehmen birgt dies neue Chancen: Mit der Eröffnung einer lokalen Präsenz im Markt kann das Unternehmen Kundenanforderungen besonders effizient und zuverlässig bedienen. 

Julio González, Managing Director Ibérica SL, leitet den Sales- und After-Sales Bereich aus Spanien heraus. Sukzessive soll das örtliche Team weiter ausgebaut werden. Durch die neu etablierte lokale Präsenz werden neben Vertriebsmöglichkeiten auch lokale Servicekapazitäten geschaffen. Ziel ist es, pharmazeutische Hersteller vor Ort direkter zu unterstützen, schneller auf operative Anforderungen zu reagieren und langfristige Partnerschaften in der Region auszubauen. 

„Unsere Branche entwickelt sich klar in Richtung regionaler Wertschöpfung. Für uns bedeutet das: globale Technologien mit lokal verankerten Teams zu verbinden. Genau das ist unser Local for Local-Ansatz – wir sind vor Ort, sprechen die Sprache unserer Kunden und können schneller, gezielter und partnerschaftlicher unterstützen. Der neue Standort in Buenos Aires ist ein konsequenter Schritt in diese Richtung“, sagt Michael Mrachacz, CSO und Managing Director. 

Die Eröffnung in Buenos Aires steht exemplarisch für einen übergeordneten Wandel in der Industrie: Globale Technologien treffen auf industrielle Ökosysteme, die zunehmend regional organisiert sind. Insbesondere in regulierten Märkten wie der Pharmaindustrie gewinnen regionale Produktions- und Serviceeinheiten weiter an Bedeutung. 

Mit dem neuen Standort unterstreicht das Unternehmen sein Engagement in Lateinamerika und sieht in Argentinien einen Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial.