PHARMA



 Für pharmazeutische Coatings mit sehr hoher Gewichtszunahme  

Automatisierter Tablettencoater 

Romaco Holding GmbH

Im Rahmen der interpack hat Romaco erstmals den Tablettencoater Tecpharm 400 vorgestellt. Die hoch automatisierte Technologie bietet besondere Vorteile bei der Beschichtung mit pharmazeutischen Wirkstoffen, auch bei Anwendungen mit hoher Gewichtszunahme der Tabletten. Darüber hinaus präsentierte der Komplettanbieter für Processing und Packaging seinen Wirbelschichtprozessor Ventilus Lab für Laboranwendungen. 

Der hoch automatisierte Tablettencoater Tecpharm 400 ist auf das Aufcoaten von Wirkstoffen spezialisiert, die zu einer starken Gewichtszunahme des Produkts führen. Dies trifft häufig auf Wirkstoffkombinationen mit Metformin zu, die sich aufgrund ihrer Größe nicht als Zweischichttabletten realisieren lassen. Um die Schluckbarkeit dieser Medikamente sicherzustellen, wird die zweite Wirkstoffschicht stattdessen aufgesprüht.

Während dieses mehrstündigen, in konventionellen Anlagen teils weit über 20 Stunden dauernden Verfahrens, nehmen die Tabletten kontinuierlich an Größe und Gewicht zu. Dadurch verändern sich die Bewegung des Tablettenbetts sowie die Sprühbedingungen innerhalb der Trommel fortlaufend. Um den Anforderungen dieser variablen Prozessumgebung gerecht zu werden, wurde der Tecpharm 400 mit speziellen Features ausgestattet. Er ist in der Lage, die Geometrie und Position der so genannten Baffles während des Prozesses automatisch an das wachsende Volumen des Tablettenbetts anzupassen. Diese Mischschaufeln sorgen dafür, dass sich die Tabletten in der Trommel so bewegen, dass sie gleichmäßig besprüht werden können. 

Um ideale Bedingungen für die Beschichtung der Tabletten zu schaffen, muss die Lage und Neigung der Baffles im Tablettenbett bei einer Volumenveränderung regelmäßig angepasst werden. Dank seiner automatisch steuerbaren Baffles muss der Tecpharm 400 deshalb nicht angehalten werden, um die Komponenten manuell einzustellen oder auszutauschen. Hierbei wird viel Zeit gespart, da die Maschine nicht zwischendurch entleert werden muss. Zudem erhöht das vollautomatische System die Sicherheit des Bedienpersonals, weil es zu keinem Zeitpunkt mit den potenziell hochpotenten Produkten in Berührung kommt. Aufgrund seiner flexibel anpassbaren Baffles eignet sich der Tecpharm-Tablettencoater für einen Chargenbereich von 5 bis 100 Prozent mit ein und derselben Trommel.

Qualität, Ausbeute und Prozessdauer 

Zusätzlich zu seiner vollautomatisch steuerbaren Luftführung, die die Prozessluft mithilfe stufenlos öffenbarer Abluftklappen gezielt durch das Tablettenbett lenkt, ist der Tecpharm 400 mit dem innovativen PCA-Sprüharm ausgestattet. Die intelligente Technologie misst die Distanz zum Tablettenbett kontinuierlich mit Radar und passt sowohl den Abstand als auch den Sprühwinkel permanent an. Dies wird mechanisch durch das Design des Sprüharms mit drei Drehpunkten unterstützt. Darüber hinaus erhöht ein System zur Detektion von Sprühblockaden die Prozesssicherheit, indem es die betroffenen Düsen zuverlässig identifiziert und außerdem über eine Selbstreinigungsfunktion verfügt. Somit führt der hohe Automatisierungsgrad zu einem idealen Verhältnis von Produktqualität, Ausbeute und Dauer des Coating-Prozesses.


Bedienerfreundlich und nachhaltig 

Der Bedienkomfort des Tecpharm 400 wird zudem maßgeblich durch den automatisch aus der Maschine herausfahrenden Sprüharm verbessert. Insbesondere bei großen Anlagen, bei denen der Sprüharm oberhalb der Brusthöhe des Bedieners positioniert ist, stellt dies einen entscheidenden ergonomischen Vorteil dar. Außerdem schützen geschlossene Probennahmen das Bedienpersonal beim Umgang mit toxischen Arzneimitteln, da der Trommelcoater während der Produktion nicht manuell geöffnet werden muss, um die Muster zu entnehmen.

Um den ökologischen Fußabdruck der energieintensiven Coating-Prozesse signifikant zu senken, kann der Tecpharm 400 optional mit dem ERS Energierückgewinnungssystem ausgerüstet werden. Mit diesem System lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren. Dafür wird ein Kreuzstromwärmetauscher in die Lüftungsanlage (AHU) implementiert, der die Energie der Prozessabluft direkt in den laufenden Coating-Prozess einspeist. Die Technologie eignet sich insbesondere für mehrstündige Herstellungsverfahren mit hohem Energieverbrauch. Der neue Tecpharm 400 zeichnet sich folglich nicht nur durch herausragende Produktqualität und Prozesseffizienz aus, sondern auch durch Bedienkomfort und Klimafreundlichkeit.

Wirbelschichtprozessor 

Stellvertretend für sein breit gefächertes Portfolio an Labormaschinen zeigte das Unternehmen den Wirbelschichtprozessor Ventilus Lab auf der interpack. Der äußerst vielseitig einsetzbare Allrounder wird für die Granulierung, Trocknung und das Coating von Partikeln mit einer Größe ab 10µm bis 2mm eingesetzt. Dabei produziert die multifunktionale Laboreinheit Batchgrößen von 0,7 bis 7,0 Litern. Aufgrund der innovativen Prozessluftführung im zylindrischen Produktbehälter kann die benötigte Energie sehr effizient genutzt werden, was die Batchzeiten des Ventilus Lab um bis zu 25 Prozent verkürzt. Die Prozessluft wird durch den ringförmigen Behälterboden Orbiter eingeleitet, der für gleichmäßige Strömungsverhältnisse und eine schonende Umwälzung der Charge sorgt. Gemeinsam mit einer zentral angeordneten Bottom-Spray-Düse bildet der Treibsatz eine einzigartige Funktionseinheit, welche die Durchführung von Scale-up-Prozessen entscheidend erleichtert. 

Bei der Düsentechnologie hat der Anwender die Wahl zwischen der bewährten Rotojet- oder der neuen Flexijet-Sprühdüse, die speziell für Granulierprozesse entwickelt wurde und sehr einfach in der Handhabung sowie schnell zu reinigen ist. Die patentierten Wirbelschichtkomponenten von Dr. h. c. Herbert Hüttlin ermöglichen eine äußerst präzise Applikation der Sprühmedien mit genau definierter Tröpfchengröße. So werden bei Controlled-Release-Formulierungen die modifizierten Freisetzungsprofile mit 10 bis 15 Prozent weniger Material erreicht. Diese gezielte Reduktion der Sprühmittelmenge senkt auch den Energieverbrauch, sodass sich mit dem Ventilus Lab die CO2-Emissionen von Wirbelschichtprozessen erheblich reduzieren lassen. Des Weiteren verringert das rotierende Filtersystem Sepajet den allgemeinen Produktverlust, indem es Partikel, die im Filter landen, nicht ausscheidet, sondern in den Prozess zurückführt.