

GEA MultiJector 500 mit neuem modularen InjectorFilter-Modul ScreenFilter – Die Filtration spielt eine zentrale Rolle für die Leistung des Injektors. Verstopfte Nadeln können sowohl die Produktqualität als auch den Produktionsfluss beeinträchtigen. Der Filter ist für Anwendungen mit Fleisch, Geflügel und Fisch konzipiert, wobei die gewählte Ausführung auf das jeweilige Verarbeitungsprodukt abgestimmt ist. Quelle: GEA Group AG
Das Einspritzen – ein herausfordernder Prozessschritt
In der industriellen Fleischverarbeitung ist das Injizieren weit mehr als ein Dosierschritt. Es beeinflusst unmittelbar Produktsicherheit, Ertrag, Bindungsvermögen und die Gleichmäßigkeit des Endprodukts. Der Ertrag beschreibt die erreichte Produktausbeute nach der Weiterverarbeitung. Das Bindungsvermögen bezeichnet, wie gut das Produkt die eingespritzte Lake in nachgelagerten Prozessschritten wie Tumbeln, thermischer Behandlung oder Verpackung im Produkt hält. Bei unzureichender Bindung kann es zu Lakeaustritt kommen, also zum Austreten freier Flüssigkeit nach der Injektion, was Optik und Haltbarkeit beeinträchtigen kann.
Der MultiJector 500 wurde entwickelt, um diese Effekte durch ein überarbeitetes Antriebskonzept, eine optimierte Lakeverteilung und den Einsatz der bewährten OptiFlex-Nadeltechnologie zu minimieren. Das Antriebssystem des Injektorkopfes ist für 2-mm- und 4-mm-Ausführungen ausgelegt, reduziert die mechanische Belastung des Produkts und unterstützt ein gleichmäßiges Einspritzergebnis.
Anforderungen an die Lakeverteilung
Diese Eigenschaften gewinnen vor dem Hintergrund veränderter Rezepturtrends an Bedeutung. In der Baconverarbeitung arbeiten Hersteller zunehmend mit Clean-Label-Rezepturen, die den Natrium- und Nitritgehalt reduzieren. Dadurch kann sich der osmotische Effekt abschwächen, also die natürliche Bewegung von Wasser und gelösten Stoffen im Fleischgewebe während des Pökelprozesses. Wird die Lake unter diesen Bedingungen nicht gleichmäßig verteilt, kann dies zu unzureichender Pökelung, sichtbaren Farbabweichungen, geringerer Ausbeute und erhöhten mikrobiologischen Risiken führen. Für diese Anwendungen bietet GEA eine 2-mm-Nadelkonfiguration mit besonders engem Stichbild an, die eine präzisere Verteilung der Lake unterstützt.
Der neue GEA MultiJector 500 bietet eine flexiblere Injektionsplattform mit einem 2-mm- oder 4-mm-Nadelmuster. 2-mm-OptiFlex-Nadeln eignen sich ideal für zartes Fleisch wie Geflügel, Schweinespeck und Fisch. Für festeres Fleisch wird eine dickere 4-mm-OptiFlex-Nadel empfohlen. Links: Fisch – Lachs, Mitte: Schweineschinken, rechts: Hähnchenflügel. Quelle: GEA
Flexibilitätist entscheidend
Für Schinken- und Feinkostanwendungen, in denen Verarbeiter häufig mit größerer Produktvielfalt und kleineren Chargen arbeiten, bietet GEA eine 4-mm-Nadelkonfiguration an. Diese Ausführung profitiert von einer optimierten Höhenverstellung und einer gleichmäßigen Bewegung des Nadelkopfs. Das erhöht die Produktionszeit und unterstützt zugleich eine schonende Produktbehandlung durch die bewährte Abstreiferplattentechnologie. Das hygienische Design der Maschine ermöglicht außerdem ein schnelles Spülen zwischen unterschiedlichen Produkten sowie einen sehr schnellen Wechsel von Nadeln und Nadelblöcken. Das ist besonders für Betriebe mit häufigen Produktwechseln von Bedeutung.
Die Markteinführung erfolgt in einer Phase, in der Verarbeiter Produktqualität mit schlankeren Rezepturen und einem strengeren Ressourcenmanagement in Einklang bringen müssen. Zu den wiederkehrenden Herausforderungen in der Fleisch-, Geflügel und Fischverarbeitung zählen ungleichmäßige Lakeverteilung, unzureichende Pökelung, verstopfte Nadeln, wiederholte Zwischenreinigungen sowie die zeitintensive Reinigung und Desinfektion von Maschinenkomponenten. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Kapazität, sondern auch Wasserverbrauch, Abfallaufkommen und Personalaufwand.
Das Unternehmen positioniert den MultiJector 500 als Antwort auf diese kombinierten Anforderungen. In einem vom Unternehmen beschriebenen Anwendungsszenario kann eine unterbrechungsfreie Produktion über eine Acht-Stunden-Schicht – ohne Stillstände für Filterreinigung oder Nadelwechsel – bis zu zwei Stunden Produktionszeit zurückgewinnen. Weitere Effekte können sich aus geringerem Wasserverbrauch, reduzierten Lakeverlusten und weniger zu entsorgender Lake ergeben. Das patentierte Nadelblocksystem und die weiter verbesserten OptiFlex-Nadeln sind besonders robust und langlebig ausgelegt. Die hohe mechanische Festigkeit der Nadeln trägt dazu bei, Austauschintervalle zu verlängern und die damit verbundenen Betriebskosten zu reduzieren.
Ganzheitliches Linienkonzept
Die Modelle MultiJector 500 und MultiJector 700 bilden das Herzstück größerer Verarbeitungslinien, die Prozessschritte wie Auftauen, Lakeaufbereitung, Einspritzen, Steaken und Tumbeln abdecken. Dadurch können Verarbeiter komplette Linien gezielt auf Kapazitätsanforderungen und Produktvariabilität auslegen, anstatt das Einspritzen als isolierten Prozessschritt zu betrachten.







