
Regelmäßige Kalibrierung
Die meisten Gassensoren müssen regelmäßig durch Abgleich mit einem Referenzgas kalibriert und auf korrekte Funktion überprüft werden. Wie oft, ist abhängig von den verwendeten Sensoren, den Gasen, den Gaskonzentrationen sowie der Messfrequenz. Die Genauigkeit der Messergebnisse und damit die Kalibrierung der Sensoren ist unerlässlich, will man eine Fehlsteuerung der Anlage, ineffiziente Gasverwertung und nicht zuletzt Schäden an Motoren und Aufbereitungstechnik in sechsstelliger Höhe durch unerkannten Schwefelwasserstoff in die Energieanlagen vermeiden.
Für eine Kalibrierung durch einen technischen Service wird schnell mal ein vierstelliger Eurobetrag fällig, nicht so jedoch mit dem Auto-Kalibriermodul. Während eine manuelle Kalibrierung jederzeit möglich ist, führen die Anlagen diese in einstellbaren Abständen selbsttägig durch und melden jeweils das Ergebnis oder geben Alarm bei Abweichungen – denn viele elektrochemische Sensoren müssen nach etwa zwei Jahren ersetzt werden. Sensormodule können auch von ungeschultem Personal gegen neue getauscht werden. „Es ist fast so leicht wie das Auswechseln einer Druckerpatrone“, so Brandau. „Das System erkennt das neue Modul und integriert es automatisch.
Eine Besonderheit und aufgrund eines unternehmenseigenen Patents nur beim Unternehmen erhältlich: Der praktisch wartungsfreie GAS Thermograph, ein auf der Wärmeleitfähigkeitsmessung basierender Sensor zur Bestimmung des Methangehalts im Gasgemisch. Dieses Modul muss – anders als die Modelle aller anderen Anbieter – nur einmal alle vier Jahre kalibriert werden.
Automatisch erfolgt auch die Meldung, bevor das Referenzgas zur Neige geht. Während andere Gaslieferanten jedoch oft mehrere Wochen Lieferzeit benötigen oder den Auftrag für eine einzelne Flasche gar nicht annehmen wollen, hält das Unternehmen immer ein Kontingent an Referenzgasflaschen vor und liefert innerhalb einer Woche.
Kondenswasser, ein Killer für die gesamte Anlage
Biogas verlässt den Fermenter mit einer Temperatur von circa 40 Grad Celsius und wasserdampfgesättigt. Beim Abkühlen in den Leitungen entsteht Wasserkondensat, das – zum Beispiel durch Abkühlung auf vier Grad Celsius – unbedingt aus dem Gasstrom entfernt werden muss.
Bei Außentemperaturen im Frostbereich kann sich in Leitungen und Messstrecken dennoch Kondensat bilden, das von der Probenpumpe mitgerissen wird und in die Sensoren gelangt. Pumpe und Sensoren werden durch das Wasserkondensat in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört, was einen weiteren kostenträchtigen Wartungsfall auslöst. Deshalb installiert das Unternehmen vor jedem Gaseingang eine mechanische, somit wartungsfreie Kondensatfalle.
Stromschwankungen verfälschen Messergebnis
Mehrere Minuten dauert ein Routine-Messvorgang der Gasanalyse. Eine auch nur kurz schwankende oder gar unterbrochene Stromversorgung macht zum einen die Messergebnisse unbrauchbar, kann aber auch die Elektronik dauerhaft beschädigen – angesichts der zunehmenden Kontinuitätsschwierigkeiten im Stromnetz eine weitere ernstzunehmende Kostenfalle. Ein robustes USV-Modul sorgt dafür, dass im Falle eines Spannungsabfalls die laufenden Messungen korrekt abgeschlossen und beendet und keine neuen gestartet werden, bis die externe Stromversorgung wieder stabil ist.
Quelle: Chemec GmbH
- Methan (CH₄), zur Beurteilung von Gasqualität und energetischem Wertes.
- Kohlendioxid (CO₂), gemeinsam mit CH₄ zur Kontrolle des Abbauprozesses.
- Schwefelwasserstoff (H₂S), wegen Korrosion und Gesundheitsgefahr; relevant für Entschwefelungsanlagen.
- Sauerstoff (O₂), Sicherheitsrelevanz (Explosionsgrenzen, Lufteintrag).
- Wassergehalt/Temperatur/Druck, für Material- und Komponentenschutz.
Prozessgas im Fermenter / Rohbiogas
Diese Messungen sind zwar nicht alle explizit gesetzlich „im Detail aufgezählt“, werden aber faktisch von Genehmigungsbehörden, Versicherern und im Rahmen der Technikregeln vorausgesetzt, um einen sicheren und stabilen Betrieb nachzuweisen.




