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Beckhoff Automation GmbH & Co. KG. Quelle: industrieblick, stock.adobe.com
Verschärft wird die Lage durch den Fachkräftemangel: Während die Personalnachfrage in den meisten Berufsfeldern der Chemie- und Pharmaindustrie konjunkturbedingt sinkt, steigt sie ausgerechnet in Technik und Instandhaltung weiter. Rund 46.500 Fachkräfte fehlten hier zuletzt rechnerisch. Wer Anlagen am Laufen halten will, muss also mit weniger Personal auskommen – und jeden Einsatz gezielter planen.
Ein Ansatz, diesem Spannungsfeld aus Kostendruck und Personalmangel zu begegnen, ist die konsequente Nutzung von Anlagendaten, wie sie sich mit PC-based Control von Beckhoff flexibel und durchgängig realisieren lässt. Viele Feldgeräte in der Prozessanalysentechnik stellen bereits heute deutlich mehr Informationen zur Verfügung, als in der Praxis genutzt werden: Zustandsdaten, die Rückschlüsse auf Verschleiß oder Restlebensdauer zulassen, werden besonders in Bestandsanlagen nicht ausgelesen, weil die teils jahrzehntealte Infrastruktur dies nicht zulässt oder dieser Teilaspekt der Automatisierung schlicht nicht implementiert wurde. Und selbst dort, wo diese Daten erfasst werden, fehlt es häufig an einer automatisierten Auswertung, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und Wartungsentscheidungen vorausschauend, statt reaktiv zu treffen. dadurch ließen sich nicht nur Personalstunden einsparen, sondern auch Rohstoffe und Instandhaltungskosten – z. B. durch eine bedarfsorientierte statt einer routinemäßigen Wartung der Anlagen.

Digitale Zustandsdaten unterstützen das Wartungspersonal bei der Überwachung und Beurteilung von Anlagen. So lassen sich Wartungseinsätze gezielter planen und durchführen. Quelle: Beckhoff Automation
Mit Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-APL) steht der Prozessindustrie ein neuer Kommunikationsstandard zur Verfügung, der eine schnelle und durchgängige Datenübertragung ermöglicht. Mit der EtherCAT-Klemme ELX6233 von Beckhoff lassen sich Ethernet-APL-Feldgeräte modular in das I/O-System integrieren. Quelle: Beckhoff Automation
Wenn Zustandsdaten direkt aus dem Feld kommen
Sind die relevanten Daten definiert, bleibt die Frage, wie sie sich in der Praxis erfassen lassen. Bei der Neuplanung von Anlagen lässt sich dies von Grund auf durchgängig gestalten: Mit Ethernet-APL steht ein Kommunikationsstandard zur Verfügung, der die gesamte Kommunikation in prozesstechnischen Anlagen – von der Feldebene bis in übergeordnete Leitsysteme – auf Ethernet-Basis umsetzt. Energie- und Datenübertragung erfolgen dabei über dasselbe Kabel, sodass sich Zustandsdaten direkt aus dem Feldgerät gewinnen lassen. Die Übertragungsrate von 10 MBit/s bei Kabellängen von bis zu 1.000 m stellt dabei die lückenlose Kommunikation aller relevanten Werte sicher. Beckhoff integriert Ethernet-APL über die EtherCAT-Klemmen EL6233 und ELX6233 modular in das I/O-System, sodass die Kombination mit anderen digitalen und analogen Signaltypen in der gleichen I/O-Station möglich wird.
Unabhängig von der gewählten physikalischen Anbindung liefern viele moderne Feldgeräte selbst bereits deutlich mehr Informationen als früher: Smarte Sensorik mit erweiterter Diagnostik – teils inklusive grafischer Oberfläche zur direkten Konfiguration und Auswertung – ist heute bei vielen Geräteklassen protokollunabhängig verfügbar.
Im Rahmen der NAMUR Open Architecture (NOA) werden über einen zusätzlichen zweiten Kanal bisher nicht ausgelesene Zustandsdaten nutzbar gemacht, ohne dass die bestehende Automatisierungsstruktur verändert wird. Zur Umsetzung von NOA hat Beckhoff ein NOA Edge Device entwickelt, das aus einem Embedded-PC, EtherCAT-Klemmen und einem TwinCAT-Software-Projekt besteht. Quelle: Beckhoff Automation
TwinCAT Analytics vereint die kontinuierliche Analyse von Maschinen- und Prozessdaten mit deren verständlicher Aufbereitung für die vorausschauende Wartung. Die automatisch generierten und flexibel anpassbaren HMI-Dashboards visualisieren Daten und Analyseergebnisse direkt in der intuitiv bedienbaren TwinCAT HMI. Quelle: Beckhoff Automation
Aus Messwerten werden Wartungsentscheidungen
In den meisten Anlagen werden die gewonnenen Werte heute vor allem als Graphen, Zeitverläufe oder in Relation zu definierten Grenzwerten visualisiert. Auf dieser Basis lassen sich Trends erkennen, wie z. B. eine graduelle Verschlechterung der Steilheit eines pH-Sensors, sowie Anomalien identifizieren, die von den erwarteten Werten abweichen. Werden zuvor festgelegte Grenzwerte über- oder unterschritten, lässt sich daraus ein Alarm auslösen, der das Wartungspersonal informiert. Ebenso wichtig ist die Langzeitverfügbarkeit der Daten: Nur wenn Werte über einen längeren Zeitraum gespeichert und zugänglich bleiben, lassen sich Verschleißverläufe nachvollziehen und Rückschlüsse auf zukünftiges Verhalten ableiten.
Für die Visualisierung und Analyse von Signalverläufen bietet Beckhoff mit TwinCAT Scope ein Software-Oszilloskop, das Datenströme grafisch darstellt – von kurzen Zeitfenstern im Mikrosekundenbereich bis zu Langzeitaufnahmen über mehrere Tage. Ergänzend ermöglicht TwinCAT Analytics einen durchgängigen Workflow von der Datenerfassung über die Historisierung bis zur Auswertung in webbasierten Dashboards, inklusive vorkonfigurierter Algorithmen u. a. für Grenzwertüberwachung, statistische Kennwerte oder Korrelationsanalysen. Für die strukturierte, langfristige Speicherung der Werte stehen zudem Datenbankanbindungen zur Verfügung, sodass historische Daten auch über den ursprünglichen Erfassungszeitraum hinaus für spätere Auswertungen zugänglich bleiben.
Die Aufbereitung der Zustandsdaten schafft bereits eine wichtige Grundlage für vorausschauende Wartung, aber sie ersetzt nicht die eigentliche Entscheidung. Noch immer ist es meist ein Mensch, der Trends interpretiert, Alarme bewertet und daraus die passende Wartungsmaßnahme ableitet. Die Daten liegen zwar strukturiert vor, die eigentliche Analyse und Maßnahmenableitung bleibt aber ein manueller Schritt.

Künstliche Intelligenz kann Wartungspersonal bei konkreten Servicefällen gezielt unterstützen – etwa bei der Lokalisierung von Störungen und der Identifikation auszutauschender Komponenten. Mit TwinCAT CoAgent for Operations stellt Beckhoff dafür einen KI-gestützten Assistenten bereit. KI-Generiertes Bild






