AUS DEN UNTERNEHMEN

 Auszeichnung für Ultraschall-Durchflussmessgerät 

Endress+Hauser gewinnt AMA Innovationspreis

Originalität der Lösung, Marktrelevanz und Innovationshöhe – dies sind die zentralen Werte, auf die bei der Auswahl der Gewinner des AMA Innovationspreises besonders Wert gelegt wird. Damit konnte ein Entwicklerteam von Endress+Hauser die Fachjury mit dem Ultraschall-Durchflussmessgerät Proline Prosonic Flow P 500 überzeugen.

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Endress+Hauser Group Services AG

Das Entwicklerteam von Endress+Hauser Flow, dem Kompetenzzentrum für Durchflussmesstechnik mit Sitz im schweizerischen Reinach, hat sich mit seiner Innovation gegen 27 internationale Mitbewerber durchgesetzt. Das vierköpfige Team um Beat Kissling, Quirin Müller, Roberto Vitali und Andreas Berger hat einen Clamp-On Ultraschallsensor entwickelt, der erstmals berührungslose Durchflussmessungen bei Temperaturen bis zu 550 Grad Celsius erlaubt.

Prosonic Flow P 500 von Endress+Hauser stellt einen Fortschritt in der Ultraschall-Clamp-On Durchflussmesstechnik dar. Entwickelt für vielfältige Prozessanwendungen, gewährleistet er präzise Messungen von Flüssigkeitsströmen ohne direkten Kontakt mit dem Medium, was ihn passend für aggressive, korrosive oder abrasive Flüssigkeiten macht. Das Gerät unterstützt funktionale Sicherheit (SIL) und ist für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet, wobei es eine robuste Leistung über einen weiten Temperatur- und Nennweitenbereich bietet.

Prosonic Flow P 500 verfügt über fortschrittliche Softwarefunktionen wie FlowDC zur Störkompensation, die genaue Messungen auch unter schwierigen Installationsbedingungen ermöglichen. Der integrierte Webserver bietet direkten Zugriff auf Diagnose-, Konfigurations- und Gerätedaten, was die Installation und Wartung vereinfacht. Mit Heartbeat Technology bietet das Gerät kontinuierliche Selbstdiagnose und Verifizierung, was einen zuverlässigen Betrieb und vorausschauende Wartung ermöglicht.

Der AMA Innovationspreis wird vom AMA Verband für Sensorik und Messtechnik verliehen und gilt als einer der renommiertesten Preise der Branche. Ausgezeichnet werden innovative Forscher und Entwicklerteams. Die Jury setzt sich aus Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Die Preisverleihung fand am 6. Mai 2025 im Rahmen der Fachmesse Sensor+Test in Nürnberg statt.


 Bilfinger erhält Auftrag von Zeeland Refinery 

Generalrevision von Raffinerie

Bilfinger SE

Bilfinger und Zeeland Refinery haben einen sechsjährigen Rahmenvertrag über umfassende Instandhaltungsleistungen für deren Ölraffinerie in Vlissingen, Niederlande, abgeschlossen. Der Auftrag umfasst die Durchführung und Koordination der Instandhaltung aller Gewerke als Komplettlösung. Indem Bilfinger den reibungslosen und energieeffizienten Betrieb sicherstellt, unterstützt die Zusammenarbeit Zeeland Refinery beim Erreichen von Effizienz- und Nachhaltigkeitszielen. 

Als Hauptlösungspartner für die Raffinerie erbringt Bilfinger vielfältige Leistungen im Bereich der präventiven Instandhaltung, der korrektiven Instandhaltung (Reparaturen und Austausch) sowie Routinearbeiten wie kleinere Anpassungen. Die Vorbereitung, Durchführung und Koordination dieser Leistungen erfolgt durch ein regionales Spezialistenteam von Bilfinger Engineering & Maintenance Belgien/Niederlande. Dazu gehört auch die Instandhaltung von Mechanik, Rohrleitungen und Rotating Equipment (unter amderem Pumpen, Kompressoren, Turbinen) – ein Umfang, der durch in 2024 zugekauftes Geschäft ermöglicht wurde.

Zeeland Refinery ist auf die Verarbeitung von Rohöl zu hochwertigen Kraftstoffen und anderen Mineralölprodukten für in- und ausländische Kunden spezialisiert. Mit einer Kapazität von rund 11,5 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr ist sie eine der größten und wichtigsten Raffinerien der Niederlande, nicht zuletzt wegen ihrer strategisch günstigen Lage in unmittelbarer Nähe zu Hauptschifffahrtsrouten in Vlissingen. 

Zeeland Refinery investiert kontinuierlich in die Modernisierung des Betriebs, um Prozesse sowohl effizienter als auch umweltfreundlicher zu gestalten. Während Ersteres die Maximierung der Produktionsleistung und die Senkung der Betriebskosten bedeutet, geht mit Letzterem vor allem die Verringerung der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs einher. Dank der maßgeschneiderten, umfassenden Instandhaltungsstrategie, bei der aktuelle Technologien zum Einsatz kommen, unterstützt Bilfinger den Kunden bei der Erreichung dieser Ziele.

„Wir freuen uns über die Beauftragung durch Zeeland Refinery, da die Zusammenarbeit im Einklang mit der Unternehmensstrategie von Bilfinger steht, für Kunden die Nr. 1 zur Steigerung von Effizienz und Nachhaltigkeit zu sein“, sagt Thierry Burki, President E&M Belgium & Netherlands bei Bilfinger. „Nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Generalrevisionen für unseren Kunden schlagen wir nun gemeinsam einen neuen, spannenden Weg ein. Wir sind entschlossen, die Position, die Zeeland Refinery im europäischen Energiemarkt einnimmt, weiter zu stärken.“


 Einsatz in sicherheitsbezogenen Anwendungen 

SIL-Zertifizierung für Membranventil

GEMÜ Gebr. Müller GmbH & Co. KG

Mit dem Membranventil GEMÜ 650 wurde erstmals ein Produkt aus dem GEMÜ-Portfolio erfolgreich nach den Kriterien des Safety Integrity Level (SIL) zertifiziert. Das Ventil kann nun in Anwendungen bis SIL 2 in einfacher Ausführung und bis SIL 3 im redundanten Aufbau eingesetzt werden.

Mit der SIL-Zertifizierung können Kunden das Membranventil GEMÜ 650 jetzt problemlos in sicherheitsbezogenen Anwendungen einsetzen, ohne ein separates „Prior Use“-Assessment durchführen zu müssen, das bisher für eine alleinige FMEDA-Nutzung erforderlich war. Dies reduziert den Aufwand in der Integration merklich und erleichtert den Einsatz des Ventils erheblich.

Angesichts der bald erscheinenden IEC 17955, die sich speziell auf die funktionale Sicherheit und Zuverlässigkeit von Ventilen und Antrieben bezieht, gewinnt eine SIL-Zertifizierung noch mehr an Bedeutung, um zukünftigen Standards und Anforderungen gerecht zu werden. Somit hat GEMÜ einen wesentlichen Schritt im Bereich der Funktionalen Sicherheit erreicht.


 thyssenkrupp Uhde erhält Auftrag für FEED 

Grüne Methanoltechnologie

thyssenkrupp Uhde GmbH

Die uhde Green Methanol-Technologie hat Koppö Energia überzeugt und das Unternehmen hat thyssenkrupp Uhde nun einen Auftrag für das FEED (Front End Engineering Design) erteilt. Die geplante E-Methanol-Anlage ist Teil eines von Koppö Energia in Kristinestad, Finnland, entwickelten Power-to-X (P2X)-Projekts. Mit einer geplanten Kapazität von 450 metrischen Tonnen pro Tag (mtpd) E-Methanol in verschiedenen Qualitäten sollen unterschiedliche Produkte für die Schifffahrts- und E-Benzin-Kraftstoffmärkte hergestellt werden.

Nadja Håkansson, CEO von thyssenkrupp Uhde: „Wir sind stolz darauf, dass unsere Technologie und unser Implementierungs-Know-how zu diesem wegweisenden Projekt von Koppö Energia Oy beitragen werden. Dies ist ein hervorragender Beweis für die branchenübergreifende Zusammenarbeit bei der Etablierung von grünem Methanol als Kraftstoff.“

Während graues Methanol in der Regel aus Erdgas hergestellt wird, wird grünes Methanol – oft auch E-Methanol genannt – durch direkte Hydrierung von CO2 hergestellt. Durch die uhde-Technologie zur Produktion von grünem Methanol und die Verwendung von grünem Wasserstoff aus grünem Strom und Wasser hat das resultierende E-Methanol einen deutlich geringeren CO2 -Fußabdruck. Der erforderliche erneuerbare Wasserstoff wird in einer 200-MW-Wasserelektrolyseanlage produziert. Das benötigte CO2 wird in der finnischen Stadt Vaasa aus einer Müllverbrennungsanlage abgeschieden. Anschließend wird es verflüssigt und per Lkw zu den P2X-Einrichtungen transportiert.

Thomas Zirngibl, Direktor bei Koppö Energia: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit thyssenkrupp Uhde bei diesem Projekt, da das Unternehmen sowohl die richtigen Technologien als auch die Integrationskompetenzen mitbringt, um einen reibungslosen Anschluss und die termingerechte Fertigstellung des Projekts zu gewährleisten.“

Die uhde Green Methanol-Technologie bietet eine hohe Kohlenstoff- und Wasserstoffausbeute, was die Wirtschaftlichkeit und die Realisierbarkeit des Projekts verbessert. Dank des patentierten Verfahrensschemas weisen die Methanolanlagen von thyssenkrupp Uhde eine sehr geringe Menge an Spülgas auf. Das reduziert die Kohlenstoffintensität der Anlage deutlich.


 Lösungsansätze für die Erreichung globaler Ziele 

Nachhaltigkeitsstrategie des GDCh

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh) 

Ob Energieerzeugung, Kreislaufwirtschaft oder die Reduzierung von Treibhausgasen – die Chemie liefert wesentliche Lösungsansätze für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) implementiert eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie und trägt damit zu Lösungen bei.

„Als größte chemiewissenschaftliche Gesellschaft in der EU sind wir uns der Bedeutung nachhaltiger Wissenschaft bewusst, nehmen Verantwortung wahr und gehen mit gutem Beispiel voran“, betont GDCh-Präsidentin Prof. Dr. Stefanie Dehnen. „Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und der Expertise unserer Fachgruppen bringen wir Nachhaltigkeit voran und tragen zu einer lebenswerten Zukunft bei.“


Im Rahmen der „Nachhaltigkeitsstrategie 2030“ will die GDCh:

  • in ihren Fachgruppen wirkungsvolle Lösungen zu relevanten Umweltthemen entwickeln,
  • ein internationales Netzwerk wissenschaftlicher Gesellschaften schaffen, das nachhaltige Lösungen durch Chemie fördert,
  • nachhaltige Lösungen zur Kreislaufwirtschaft vorantreiben,
  • sich für Chancengleichheit in Wissenschaft und Bildung einsetzen,
  • unabhängig und ausgewogen zu Fragestellungen der nachhaltigen Chemie. Informieren,
  • bis 2030 ihre Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 50 Prozent reduzieren und bis 2040 Net-Zero-Emissionen erreichen,
  • nachhaltige Aspekte in allen Prozessen der GDCh integrieren.

 

Die Nachhaltigkeitsstrategie war im Jahr 2024 von einer eigens eingesetzten Kommission entwickelt worden. Der Vorstand der GDCh folgte den Empfehlungen der Kommission und etablierte die erforderlichen Strukturen, um die Nachhaltigkeitsstrategie wirksam zu realisieren.

Das neu geschaffene Amt des Chief Sustainability Officer (CSO) wird künftig von Prof. Dr. Herwig Buchholz ausgeübt, einem anerkannten Experten auf diesem Gebiet. Gemeinsam mit einer Nachhaltigkeitskommission, die sich aus fachkundigen und erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Fachgruppen und Institutionen zusammensetzen wird, verantwortet er die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Die Kommission berichtet gemeinsam mit dem CSO direkt an das Präsidium der GDCh und bildet das zentrale Element der Nachhaltigkeits-Governance.

"Unsere Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf unseren Kernkompetenzen“, erläutert Buchholz. “Wir nutzen unser einzigartiges Netzwerkpotenzial und bündeln relevantes Wissen und Können für nachhaltige Lösungen und stellen dieses zu Nachhaltigkeitsfragen zur Verfügung. So können wir die Schlüsselrolle der Chemie für eine nachhaltige Zukunft aufzeigen und wichtige Beiträge leisten. Somit trägt unsere Wissenschaft entscheidend zur Ermöglichung von nachhaltigem Wirtschaften bei. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie stärkt die Zukunftsfähigkeit der GDCh und unterstreicht ihre gesellschaftliche Bedeutung.“

Herwig Buchholz ist Managing Partner der Unternehmensberatung ELCH und war zuvor in verschiedenen Leitungsfunktionen beim Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck tätig, zuletzt als Global Head Corporate Sustainability. Er promovierte in Chemie an der Universität Hamburg und ist Fellow an der University of Southern California in Los Angeles. Von 2016 bis 2023 war er Vorstandsmitglied der GDCh und engagiert sich ehrenamtlich in mehreren akademischen und gemeinnützigen Einrichtungen, etwa durch eine Professur an der Universität Oldenburg.


 Chemikalien, Gase, Druckluft und Dampf 

VDI Richtlinie für Reinstmedien

VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.

In einigen Bereichen der Technik, zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie, Pharmazie oder der Medizintechnik, werden besondere Reinheitsanforderungen gestellt. Dies betrifft unter anderem die Raumluft, die eingesetzten Betriebsmittel, den Arbeitsplatz (Oberflächen, Maschinen, Werkzeuge) und die Prozessmedien (Gase, Flüssigkeiten, Chemikalien). Die Richtlinie VDI 2083 Blatt 7 „Reinraumtechnik – Reinstmedien – Qualität, Bereitstellung, Verteilung“ gilt für Reinstmedien verschiedener Art, insbesondere für Chemikalien, Gase, Druckluft und Dampf.

Reinstmedien kommen in zahlreichen Reinsttechnologien vor. Ziel der jeweiligen Anwendung ist es, eine Verringerung der Reinheit zwischen Medienanlieferung (POS) und -eingang beim Verbraucher (POE) auszuschließen oder nur in einem zulässigen, definierten Bereich zuzulassen. Die Produktions- und Lieferkette vor Anlieferung (POS) sowie die Lagerung der Medien werden in dieser Richtlinie nicht ausführlich betrachtet.