

OSD Entwicklung für die Pharmaproduktion
Syntegon hat am Standort Fellbach ein OSD Customer Center für die pharmazeutische und nutrazeutische Industrie eröffnet. Nach dem Umzug aus Waiblingen stehen dort auf 7.900 Quadratmetern Reinräume, ein Pulverlabor und Produktionsanlagen für Versuche mit festen oralen Darreichungsformen (Oral Solid Dosage, OSD) zur Verfügung. Dazu gehören Kapseln und Tabletten, deren Formulierungs- und Herstellungsprozesse sich vom Labor bis zur Produktion untersuchen lassen. Entwickler und Hersteller können dafür sowohl künftige Formulierungen als auch bestehende Produkte auf Produktionsanlagen testen.
Syntegon
Zur technischen Ausstattung gehören Kapselfüller und Kapselversiegler sowie Tablettenpressen. Gleichzeitig rücken Kundenzentrum und Produktion am Standort räumlich enger zusammen. Syntegon verbindet damit Versuchstechnik, Produktion und Wissenstransfer an einem Standort und investierte dafür einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Infrastruktur ist darauf ausgerichtet, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse enger miteinander zu verknüpfen und die Markteinführung von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln zu beschleunigen.
Vom Formulierungsversuch zur Serienproduktion
Für die pharmazeutische Produktion setzt das Kundenzentrum bereits in der Entwicklungsphase an. Bevor Kapseln oder Tabletten in die Serienproduktion übergehen, können Hersteller und Entwickler ihre Formulierungen auf den in Fellbach verfügbaren Anlagen untersuchen. Dabei beschränkt sich das Angebot nicht auf frühe Laborversuche. Mit Kapselfüllern, Kapselversieglern und Tablettenpressen stehen Maschinen zur Verfügung, auf denen künftige Formulierungen ebenso wie bereits bestehende Produkte getestet werden können. Das schafft eine Verbindung zwischen Formulierungsentwicklung und späterer Herstellung. Die räumliche Zusammenführung mit der Produktion soll gleichzeitig den Austausch zwischen den beteiligten Bereichen erleichtern. Für OSD-Prozesse entsteht damit eine Umgebung, in der unterschiedliche Entwicklungs- und Produktionsschritte enger aufeinander abgestimmt werden können.
„Als echter Lifecycle-Partner begleiten wir unsere Kunden von der ersten Idee bis zur Serienproduktion“
„Das OSD Customer Center unterstützt unsere Kunden und Mitarbeiter dabei, Formulierungs- und Herstellungsprozesse auf ein neues Niveau zu heben.“
Der zweistellige Millionenbetrag fließt damit in eine Umgebung, in der Kundenversuche und Produktionskompetenz räumlich zusammengeführt werden. Weitere Angaben zur Reinraumklassifizierung, zur technischen Ausstattung des Pulverlabors oder zu einzelnen Maschinenmodellen liegen nicht vor.
Kurze Wege zwischen Entwicklung und Fertigung
Die engere Verbindung von Kundenzentrum und Produktion betrifft auch die internen Abläufe am Standort. Kurze Wege, digitale Prozesse und die Infrastruktur sollen die bereichsübergreifende Zusammenarbeit unterstützen. Bereits in den ersten Monaten nach dem Umzug aus Waiblingen konnte die Lieferzuverlässigkeit nach Angaben von Syntegon um zehn Prozent gesteigert werden. Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Bereichen, agile Arbeitsweisen und eine höhere Effizienz zurück. „Kurze Wege, digitale Prozesse und eine zukunftsfähige Infrastruktur schaffen den Rahmen für echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, sagt Reitz. Für die OSD-Prozessentwicklung ist diese organisatorische Verzahnung insofern relevant, als Versuchstechnik und Produktion nicht unabhängig voneinander am Standort angesiedelt sind. Erkenntnisse aus Versuchen können innerhalb dieser Struktur zwischen den beteiligten Bereichen ausgetauscht werden. Syntegon verbindet mit dem Standort deshalb Kundennähe, Entwicklung und Produktion. Wie die genannten digitalen Prozesse technisch umgesetzt sind oder welche Systeme für den Datenaustausch eingesetzt werden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Wissenstransfer rund um feste Arzneiformen
Neben der technischen Prozessentwicklung soll Fellbach künftig auch dem Wissenstransfer dienen. Die OSD Academy wird neben Schopfheim unter anderem am neuen Standort angeboten. In Schopfheim steht vom 20. bis 22. Oktober das Thema Coating im Mittelpunkt, während die erste Ausgabe der Academy in Fellbach für 2027 vorgesehen ist. Damit ergänzt Syntegon die Versuchsmöglichkeiten mit einem Schulungsangebot rund um feste orale Darreichungsformen. Das Kundenzentrum erhält dadurch eine zusätzliche Funktion: Neben der Arbeit an Formulierungen und Herstellungsprozessen dient der Standort auch dem Austausch von Wissen über OSD-Technologien. Für Pharmaunternehmen verbindet sich die technische Infrastruktur damit mit der Möglichkeit, Prozesswissen in unmittelbarer Nähe zur Produktion zu vermitteln. Die Kombination aus Reinräumen, Pulverlabor, Kapselfüll- und Versiegelungstechnik sowie Tablettenpressen bildet dafür die praktische Basis. Der Standort deckt somit nicht nur einzelne Maschinen oder Prozessschritte ab, sondern führt verschiedene Elemente der Entwicklung und Herstellung fester oraler Darreichungsformen räumlich zusammen.
Prozessentwicklung an einem Standort gebündelt
Mit dem OSD Customer Center konzentriert Syntegon in Fellbach wesentliche Ressourcen für die Entwicklung und Herstellung von Kapseln und Tabletten. Auf 7.900 Quadratmetern treffen Laborinfrastruktur, Reinräume, Produktionsanlagen und künftig auch Schulungsangebote aufeinander. Für die pharmazeutische Industrie liegt der Ansatzpunkt vor allem im Übergang von einer Formulierung zur späteren Produktion: Produkte können auf Produktionsanlagen getestet werden, während die unmittelbare Nähe zur Fertigung den Wissenstransfer zwischen den beteiligten Bereichen unterstützt. Die Investition in zweistelliger Millionenhöhe unterstreicht die Bedeutung des Standorts innerhalb des Pharma-Solid-Bereichs von Syntegon. Gleichzeitig liefert die bereits um zehn Prozent gesteigerte Lieferzuverlässigkeit einen ersten quantifizierten Wert für die Auswirkungen der veränderten Standortstruktur. Im Mittelpunkt des Kundenzentrums bleibt jedoch die Prozessentwicklung: Formulierungen für feste orale Darreichungsformen sollen nicht losgelöst von der später eingesetzten Produktionstechnik betrachtet werden. Fellbach verbindet dafür Versuchsmöglichkeiten vom Labor bis zur Produktionsanlage und schafft eine gemeinsame Umgebung für Entwickler, Hersteller und die Produktion.




